Städtisches Gymnasium wird 50 Jahre alt | Löhne - Neue Westfälische
Musiker: Christian Windhorst (Klavier), Christian Tiedemann (Querflöte) und David Kennedy (Geige) spielten auf dem Festakt. - © Dirk Windmöller
Musiker: Christian Windhorst (Klavier), Christian Tiedemann (Querflöte) und David Kennedy (Geige) spielten auf dem Festakt. | © Dirk Windmöller

Löhne Städtisches Gymnasium wird 50 Jahre alt

Am Samstag würdigten zahlreiche Redner die erfolgreiche Entwicklung

Festredner: Matthias Löwe machte Abi am SGL. - © Dirk Windmöller
Festredner: Matthias Löwe machte Abi am SGL. | © Dirk Windmöller

Löhne. Wenn man 50 wird, ist man zwar noch nicht wirklich alt, hat aber schon einiges erlebt. Das ist bei Menschen nicht anders, als beim Städtischen Gymnasium Löhne (SGL). Und wer 50 wird, der lässt sich feiern. Am Gymnasium gibt es eine ganze Reihe von Veranstaltungen. Der Festakt am Samstag in der Werretalhalle war der offizielle Akt, dem eine Party folgte.

Bürgermeister Bernd Poggemöller ist einer von rund 4.000. So viele junge Männer und Frauen haben nach Angaben von Ingo Klemisch, Schuldezernent der Bezirksregierung, bisher am Gymnasium Abitur gemacht.

Poggemöller machte am Anfang seiner Rede neugierig. "Wenn ich als Ehemaliger vor Ihnen stehe, dann gehen ganz andere Dinge durch meinen Kopf, als hier auf meinem Zettel stehen. Aber für Anekdoten haben wir auf der Party Zeit", enttäuschte er das Publikum ein wenig. Er betonte in seiner Rede, wie wichtig die Sanierung des Gymnasiums sei. "Gutes Lernen braucht Räume, die dazu einladen." Und da sei es höchste Zeit geworden, dass das Gymnasium endlich auch räumlich in der Gegenwart ankomme. Er überreichte Schulleiterin Anja Backheuer auch einen Briefumschlag mit einem Geldgeschenk. "Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass ich das bei den Baukosten wieder abziehe", sagte er mit einem Augenzwinkern.

Für Eindruck sorgte Schülersprecherin Imke Schröder. Auch wenn die Schule der Ort des Lernens sei, "werden wir wohl eher seltener unter dem Motto zurückblicken 'diese Matheklausur könnte ich immer wieder schreiben.'" Und es werde sich ihr und vielen anderen nie erschließen, warum "Heinz im Urlaub den Sonnenwinkel messen will". So lautete eine zentrale Prüfungsaufgabe. Ihre Mitschüler forderte sie auf, sich einzumischen in die Gestaltung der Schule. "Wir müssen Veränderungen beeinflussen. Nicht meckern, machen. Das hat ja auch bei G9 geklappt, das wir uns zurückgeholt haben."

Die Entscheidung, das Abitur am Städtischen Gymnasium Löhne nach neun Jahren und nicht nach acht Jahren zu machen, kann auch nach Einschätzung von Schulleiterin Anja Backheuer nicht hoch genug bewertet werden. "Wir sind eine Schule in Bewegung, die Mut hat, neue Wege zu gehen." Einer dieser neuen Wege sei, die Entscheidung, das ungeliebte G8-Modell gegen ein reformiertes G9-Modell einzutauschen. "Das Mehr an Zeit wollten wir nutzen, um die Belastung der Schüler zu senken. Diese Entscheidung hat sich als goldrichtig erwiesen und war eine Zäsur in der Entwicklung der Schule".

Das bestätigte auch Matthias Löwe. Der Mathematikprofessor hat 1984 am SGL sein Abitur gemacht. Er hielt die Festrede. Er kritisierte das G-8-Modell und das damit einhergehende standardisierte Studium. "Warum beschleunigen wir die Bildungsphase unserer Schüler, wenn wir doch wissen, dass wir bis über 70 arbeiten müssen. Da können wir gleich G2 oder G3 machen." Damit werde nur der Druck der Wirtschaft Rechnung getragen. "Dabei sollte Bildung ein Wert an sich sein."

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