SGL-Schüler werden Praktikanten in der Altenpflege | Löhne - Neue Westfälische
Startklar für das Praktikum: Die Schüler des SGL und die Mitarbeiter des Seniorenzentrums an der Werre. - © Marten Siegmann
Startklar für das Praktikum: Die Schüler des SGL und die Mitarbeiter des Seniorenzentrums an der Werre. | © Marten Siegmann

Löhne SGL-Schüler werden Praktikanten in der Altenpflege

In den kommenden Monaten helfen Achtklässler im Seniorenzentrum an der Werre mit

Löhne. Bis zu 90 Lebensjahre sind es, die zwischen den Schülern und den Senioren liegen. Und das gemeinsame Miteinander ist ab sofort fester Bestandteil des Stundenplans. Bis Anfang des kommenden Jahres absolvieren zwölf Schüler aus der Jahrgangsstufe 8 des Städtischen Gymnasiums Löhne (SGL) ein Praktikum im Bereich Altenpflege im Seniorenzentrum an der Werre - mittlerweile startet das Projekt in das dritte Jahr in Folge.

Gymnastik, Gedächtnistraining und gemeinsame Spaziergänge, Kaffeetrinken, Unterhalten, Singen und Bingo spielen - alles potenzielle Aufgaben, die die Schüler in Zukunft übernehmen sollen. Alle zwei Wochen sind sie für jeweils eineinhalb Stunden für den Dienst im Seniorenzentrum eingeplant. Wählen, wo sie ihr Praktikum absolvieren wollen, konnten die Schüler selber. Das Praktikum ist Teil des Ergänzungsbereichs.

Zur Auswahl standen unter anderem auch Tätigkeiten bei der Feuerwehr, beim Deutschen Roten Kreuz, als Lesepate an Grundschulen oder als Sporthelfer. Nachdem bereits in der Jahrgangsstufe 7 das Übernehmen von Verantwortung in der Schule Teil des Lehrplans war, liegt der Themenschwerpunkt jetzt darin, Verantwortung für andere zu übernehmen.

Bis die Schüler unmittelbar mit den Senioren zusammenarbeiten, absolvieren sie zunächst Theorieeinheiten zum Umgang mit dementen Menschen und den Grundlagen der Betreuung. Auch der Umgang mit dem Tod wird thematisiert. "Das gehört zur Arbeit in einer Senioreneinrichtung mit dazu", sagt Kerstin Marks, die das Projekt seitens des Seniorenzentrums betreut. Eingesetzt werden sollen die Schüler in der Tagespflege oder im Betreuten Wohnen.

Mit dabei ist auch Levin Wonsch (12) aus der 8d. "Meine Oma ist dement", sagt er. "Von der Arbeit hier erhoffe ich mir, die Krankheit besser zu verstehen." Zwar seien ihre Großeltern noch recht fit, sagt Rebecca Fietz (13) aus der 8b, "aber ich möchte einfach gern ausprobieren, wie das so ist, mit alten Menschen zu arbeiten." Und weiter: "Außerdem erfahren wir hier vielleicht auch etwas über die alten Zeiten und wie das Leben damals so war."

"Die Schüler fanden die Arbeit hier bisher immer interessant", sagt Lehrerin Stefanie Neufeld-Busse. "Ich habe in den vergangenen Jahren nie etwas negatives gehört." Und auch seitens der Senioren kommt das Projekt gut an. "Die Bewohner freuen sich", sagt Kerstin Marks, die die Tagespflege leitet. "Das bringt richtig Leben ins Haus. Es ist ein tolles Miteinander."

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