In den Startlöchern: Die Grundschüler machen sich bereit zum Sprinten. Diese Disziplin, sowie Weitwurf und Weitsprung wurden von den traditionellen Bundesjugendspielen beibehalten. - © Mareen Eser
In den Startlöchern: Die Grundschüler machen sich bereit zum Sprinten. Diese Disziplin, sowie Weitwurf und Weitsprung wurden von den traditionellen Bundesjugendspielen beibehalten. | © Mareen Eser

Löhne Kinder sollen mehr Spaß am Sport haben

Grundschule Löhne Bahnhof fördert mit alternativen Bundesjugendspielen die Freude der Kinder für Bewegung

Weit hinaus: Melissa (10) legt sich beim Weitsprung richtig ins Zeug.In der Sandgrube landet sie weich. - © Mareen Eser
Weit hinaus: Melissa (10) legt sich beim Weitsprung richtig ins Zeug.In der Sandgrube landet sie weich. | © Mareen Eser

Löhne. Sackhüpfen, Eierlaufen und Dosenwerfen - nicht gerade Aktivitäten, die man mit Bundesjugendspielen assoziieren würde. Doch die Grundschule Löhne-Bahnhof veranstaltet in Zusammenarbeit mit dem Städtischen Gymnasium Löhne (SGL) ein etwas anderes Sportfest auf dem Gelände der weiterführenden Schule.

"Wie oft darf ich laufen?" fragt ein Schüler aufgeregt. "So oft, wie du willst", antwortet Jonas Heller, Grundschullehrer und Ideengeber der Veranstaltung, worauf der Kleine fröhlich zur Station rennt. So etwas sieht man nicht oft bei einer schulischen Sportveranstaltung.

Zum dritten Mal finden nun die alternativen Bundesjugendspiele der Grundschule statt, erneut mit Unterstützung des Gymnasiums. 246 Schüler tummeln sich im Stadion und in der Turnhalle, verteilt auf neun Outdoor- und elf Indoorstationen. Während mit Hilfe von Matten und Kästen die Turnhalle in einen Abenteuerspielplatz verwandelt wurde, findet draußen ein eher unkonventionelles Programm statt. Neben den drei Pflichtdisziplinen Werfen, Weitsprung und Sprint gibt es eine Vielzahl an Übungen, die nicht nur Leistung, sondern auch Geschick erfordern.

Ungewöhnlich: Alizja (11) und Emilia (11) hüpfen auf dem Sportplatz um die Wette. - © Mareen Eser
Ungewöhnlich: Alizja (11) und Emilia (11) hüpfen auf dem Sportplatz um die Wette. | © Mareen Eser

"Wir stellen nicht den leistungsbezogenen Aspekt in den Vordergrund, sondern die Freude an Bewegung", erklärt Heller. Er hat das Konzept von seiner ehemaligen Ausbildungsschule nach Löhne gebracht. Deshalb können sich die Schüler nun daran versuchen, mit einem umgedrehten Fernglas vor den Augen Hindernisse zu bewältigen, Bälle, ohne Benutzung der Hände, durch einen Parcours zu bringen und Stifte an einer Angel in eine Flasche zu befördern. Natürlich unter verschiedenen Bedingungen. "Es werden mehrere Sinne angesprochen und die Kinder lernen andere Bewegungsabläufe kennen", so Heller.

Information

Die Vitaminbar

  • Nicht nur die Schüler, sondern auch die Eltern waren an diesem Tag aktiv.
  • Sie haben mundgerechte Portionen von verschiedenen Früchten vorbereitet und gestellt.
  • Daran konnte sich jeder bedienen.

Die typischen Bundesjugendspiele werden wegen ihrem zwanghaften Charakter und der Benachteiligung körperlich Schwächerer aufgrund einer Elterndebatte in vielen Schulen nicht mehr durchgeführt. Dazu wird nun eine Alternative geboten. Die soziale Komponente wird mit der Hilfe des Gymnasiums geschaffen. "Hier sind alle integriert", sagt Bodo Bernhardt, Sportlehrer am Gymnasium. Es gilt das Prinzip "Schüler helfen Schülern": 40 Sporthelfer des Gymnasiums sind vor Ort, um alles sicher aufzubauen, die Kinder zu animieren und auf sie aufzupassen. Die Helfer werden in der 7. Klasse am Gymnasium ausgebildet und können nun die Theorie in die Praxis umsetzen. "Außerdem lernen die Kinder das Umfeld einer weiterführenden Schule kennen", sagt Ulrike Lohöfener, Leiterin der Grundschule.

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