Im Eiltempo zurück | Löhne - Neue Westfälische
Per Sonderzug: Nach einem Ausflug der Schüler der zehnten Klassen vom städtischen Gymnasium in Löhne, geht es von Gleis 14 in Hamburg zurück nach Löhne. - © Foto: Hannes Busse||
Per Sonderzug: Nach einem Ausflug der Schüler der zehnten Klassen vom städtischen Gymnasium in Löhne, geht es von Gleis 14 in Hamburg zurück nach Löhne. | © Foto: Hannes Busse||

Hamburg. Im Eiltempo geht es fürs Gymnasium zurück nach Löhne

Hausmeister Hannes Busse macht am Bahnhof der Hansestadt einen Schnappschuss für die Ewigkeit

Hamburg. Das Gymnasium ist wieder da. Am späten Donnerstagabend, 20 Minuten früher als erwartet, ist der Sonderzug mit 930 Schülern, sowie Lehrern, Eltern und Sanitätern im Löhner Bahnhof angekommen. Eine Armada von Eltern-Taxis hat die Schüler gegen 23 Uhr wie geplant an unterschiedlichen Sammelpunkten rings um den Bahnhof abgeholt. Mamas und Papas durften nicht ans Gleis, dafür war kein Platz.

Wegen eines verspäteten Intercityexpress-Zuges mussten die etwa 1.000 Löhner etwas länger als gehofft im Nieselregen am Glockengießerwall vor dem Hamburger Bahnhof auf die Rückreise warten. Währenddessen machte Hausmeister Hannes Busse einen Schnappschuss von der Anzeigetafel mit dem Schriftzug "Löhne (Westf.)". Als der Intercityexpress weg war, durften die Löhner auf den Bahnsteig. Und dann musste alles ganz schnell gehen. Die ganze Schule mit den etwa 1.000 Reisenden hatte vier Minuten Zeit zum Einsteigen. "Das war knapp", sagte der stellvertretende Schulleiter Christian Tiedemann am Freitagmittag im Gespräch mit der NW. Kaum war Tiedemann als letzter im Zug, gingen die Türen zu und die 15 Waggons rollten los.

Für die Klassenlehrer waren das hektische Minuten, bis sie ihre Schüler erneut durchgezählt hatten. "Wir sind einmal durch den ganzen Zug getigert", erzählte Tiedemann. Dann gab es übers Smartphone von allen Klassen grünes Licht: Alle sind an Bord, niemand ist vergessen worden. Erschöpft, aber glücklich zog Tiedemann Bilanz: Die gemeinsame Reise nach Hamburg war der Höhepunkt einer Jubiläumswoche voller Höhepunkte zum 50. Geburtstag des Gymnasiums: Schulfest, Ehemaligenfest, Schulkonzert, Hamburg-Fahrt und Musicalbesuch. Tiedemann: "Wir haben es richtig krachen lassen." Die Stimmung auf der Rückreise beschrieb er als "ausgelassen": "So eine Reise schweißt zusammen."

Vielleicht sorgte dafür auch ein bisschen das Musical "Das Wunder von Bern" nach dem gleichnamigen Film von Sönke Wortmann. Die Löhner Gymnasiasten besetzten fast das gesamte Parkett in dem 1.850 Besucher fassenden Saal. Auf den oberen Rängen hatte das Musicaltheater Schüler aus anderen Schulen platziert. Etwa 200 Mitarbeiter auf der Bühne und hinter den Kulissen waren für die Sondervorstellung im Einsatz. Zwei Fußballfreestyler zeigten die Tricks der ungarischen Mannschaft, sechs Darsteller stellten an Seilen hängend an einer LED-Wand die Spielzüge des 1954er Weltmeisterschaftsfinalspiels nach. Die Kinderdarsteller waren zwischen acht und 14 Jahren alt und damit etwa so jung wie ihre Zuschauer.

Für die Löhner Gymnasiasten hat der Unterricht am Freitag erst zur dritten Stunde begonnen. Sportlehrer Bodo Bernhard trat freiwillig zur ersten Stunde an, damit auch die Schüler beaufsichtigt werden konnten, deren Eltern früh zur Arbeit mussten. Ob die ganze Schule im nächsten Jahr wieder auf große Fahrt geht, ist noch ungeklärt. Eine Reise nach Rom wie sie das Anne-Frank-Gymnasium aus Werne gemacht hat, schloss Tiedemann gestern vorerst aus: "Nein, wir wollen das erstmal sacken lassen und haben noch keine neuen Pläne." Die Festschrift zum 50. Geburtstag des Löhner Gymnasiums ist ab sofort im Sekretariat der Schule zu einem Preis von 5,- Euro erhältlich.

Copyright © Neue Westfälische 2016
Texte und Fotos von nw.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Kommentare

Um Ihren Kommentar abzusenden, melden Sie sich bitte an.
Sollten Sie noch keinen Zugang besitzen, können Sie sich hier registrieren.

Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Nutzungsbedingungen für die Kommentarfunktion an.

Kommentar abschicken
realisiert durch evolver group