Gymnasium Löhne reist im Sonderzug nach Hamburg | Löhne - Neue Westfälische
Sonderzug nach Hamburg. Karikatur: Heinrich Schwarze-Blanke - © Heinrich Schwarze-Blanke
Sonderzug nach Hamburg. Karikatur: Heinrich Schwarze-Blanke | © Heinrich Schwarze-Blanke

Löhne Gymnasium Löhne reist im Sonderzug nach Hamburg

Ein spezieller Wandertag: Mehr als 1.000 Schülern, Lehrern und Eltern fahren zum 50. Geburtstag der Schule in die Großstadt. Dort sehen das Musical „Das Wunder von Bern“

Sie haben den Plan: Christian Tiedemann (v. l.), Kathrin Fiekers und Hans Sussik. - © Ulf Hanke
Sie haben den Plan: Christian Tiedemann (v. l.), Kathrin Fiekers und Hans Sussik. | © Ulf Hanke

Löhne. Die schönsten Geschenke sind die, die man sich selbst macht: Zum 50. Geburtstag des Städtischen Gymnasiums Löhne reisen alle Schüler, alle Lehrer und einige Eltern im Sonderzug nach Hamburg. Sie wollen eine Extravorstellung des Musicals „Das Wunder von Bern" besuchen. Seit einem Jahr bereitet die Schule den Massenausflug in die Großstadt vor. Für den ungewöhnlichen Wandertag wurde ein eigenes Sicherheitskonzept erstellt.

Frühmorgens zur ersten Schulstunde am Donnerstag, dem 6. Oktober um 7.45 Uhr, werden sich 1.070 Menschen vor dem Gymnasium versammeln und dann in kleinen Gruppen zum Bahnhof gehen. Die Schule hat einen Zug mit 16 Waggons gechartert. Damit geht es ohne Zwischenstopp von Löhne nach Hamburg. Gegen 23 Uhr am Abend werden sie zurück erwartet.

Der Sonderzug hat 1.072 Sitzplätze. Das sind zwei mehr als nötig. „Passt", sagt Hans Sussik, Mathelehrer und der logistische Kopf dieses ungewöhnlichen Wandertags. Seit über einem Jahr plant ein Team von sechs Lehrern den Großausflug. Sie sind mehrfach nach Hamburg gefahren, haben die Einzelheiten geklärt – und sind vorab sämtliche Fußwege mit der Stoppuhr in der Hand abgelaufen.

Gemeinsames Erkennungszeichen

Der stellvertretende Schulleiter Christian Tiedemann hat ein Sicherheitskonzept entworfen. „Polizei und Ordnungsamt sind informiert", sagt Tiedemann. Die Eltern sind eingebunden: Unter den mitreisenden Mamas und Papas gibt’s Polizisten, Sanitäter und einen Arzt. Vor dem Löhner Bahnhof wird die Polizei zusätzlich für die nötige Verkehrssicherung sorgen, bestätigt der Herforder Polizeipressesprecher, Steven Haydon.

Auch Hamburgs Behörden sind über die Ankunft der 1.000 Westfalen informiert worden. Nicht, dass jemand die Großgruppe versehentlich für eine Spontandemonstration hält. Ein gemeinsames Erkennungszeichen wäre deshalb nicht schlecht. „Wir sind noch in der Feinabstimmung", sagt Tiedemann. Derzeit scheint alles auf ein Armbändchen hinauszulaufen.

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Die Großstadt an der Elbe sieht der Ankunft der Löhner Schüler gelassen entgegen. Die Pressestelle der Hamburger Polizei ist ganz entspannt. Großveranstaltungen sei man gewohnt, heißt es auf Anfrage. Zum Schlagermove, den Harley Days oder dem Hafenfest sei die Stadt auch voller Touristen. Es kommt allerdings eher selten vor, dass gleich eine ganze Schule anreist.

Rolltreppen laufen nur in eine Richtung

Am 6. Oktober wird für die Löhner Schüler im Hamburger Bahnhof gewissermaßen der rote Teppich ausgerollt: „Wenn wir ankommen, werden die Rolltreppen nur in eine Richtung laufen", erzählt Tiedemann von den Vorgesprächen mit dem Bahnhofsmanager. So kommen die vielen Menschen schneller weg vom Gleis.

Sortiert nach Klassen und Jahrgangsstufen werden die Schüler dann mit Lehrern und Eltern drei Stunden lang Hamburg erkunden. Einige Klassen haben eine Hafenrundfahrt gebucht, die Frischlinge aus den fünften Klassen werden ins Miniaturwunderland gehen. Und um 15.30 Uhr werden sie alle in einer Extravorstellung des Musicals „Das Wunder von Bern" erwartet. Mit Fähren setzen die Löhner von den St. Pauli Landungsbrücken auf die andere Elbseite über.

Die Idee mit dem Musical ist erst im Abstimmungsprozess mit den Schülern und Gremien der Schule entstanden. Hamburg als Ziel war jedoch gesetzt. „Wir wollten aber eine gemeinschaftliche Aktion machen", sagt Christian Tiedemann. Bei der Suche nach einem passenden Veranstaltungsort dachten die Löhner zunächst an den Michel und hatten auch schon Kontakte zum Presbyterium der protestantischen Barockkirche geknüpft. Lehrerin Kathrin Fiekers fragte auch die Elbphilharmonie an, doch die ist leider nicht bis zum 6. Oktober fertig.

Stattdessen geht’s ins Musical. „Das war eine harte Nuss", sagt Hans Sussik. Der Betriebsrat des Theaters musste der Sonderveranstaltung zustimmen. Künstler und Servicekräfte sind schließlich am gleichen Tag noch in der regulären Abendvorstellung im Einsatz. Und die Theatergarderobe ist zwar auf Mäntel, nicht aber auf 1.070 Taschen eingerichtet. Tiedemann: „Jetzt wird es Rollcontainer für die Rucksäcke geben."

Die Festwoche

Das Städtische Gymnasium Löhne feiert 50. Geburtstag mit einer Festwoche Anfang Oktober. Zum Festakt in der Werretalhalle am Samstag, 1. Oktober, ab 16 Uhr, haben sich 500 Ehemalige angemeldet. Ab 18 Uhr gibt es Schulführungen und ab 20 Uhr eine Party. Dienstag, 4. Oktober, findet in der Aula ein Jubiläumskonzert mit den Partnerschulen statt. Nach dem Schulausflug beginnt am Freitag der letzte Schultag vor den Herbstferien erst zur dritten Stunde.

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Eine tolle Idee! Ich wünsche Ihnen allen einen reibungslosen Ablauf und viel Vergnügen.
zugezogene 27.08.2016 08:25
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