Gymnasiasten zeigen Bilder gegen rechts | Löhne - Neue Westfälische
Zeigen Gesicht: Die Lehrerinnen Johanna Hoffmann (v. l.), Marion Linke und Angela Höckler sind von den Arbeiten der Schüler begeistert. Zu sehen sind Größen wie Nelson Mandela, Sophie Scholl, Martin Luther Kind und Anne Frank. - © Patricia Isabel Hartmann
Zeigen Gesicht: Die Lehrerinnen Johanna Hoffmann (v. l.), Marion Linke und Angela Höckler sind von den Arbeiten der Schüler begeistert. Zu sehen sind Größen wie Nelson Mandela, Sophie Scholl, Martin Luther Kind und Anne Frank. | © Patricia Isabel Hartmann

Löhne Gymnasiasten zeigen Bilder gegen rechts

Dabei geht es künstlerisch und historisch zu

Löhne. Gesicht zeigen gegen Fremdenfeindlichkeit - was derzeit immer wieder in der Öffentlichkeit gefordert wird, haben die städtischen Gymnasiasten jetzt wörtlich genommen. Beim Schulprojekt "Bilder gegen rechts" beschäftigten sie sich mit berühmten Antifaschisten und Widerstandskämpfern und brachten ihr Konterfei samt Informationen künstlerisch zu Papier.

Rund 60 Schüler nahmen an dem Projekt teil und beschäftigten sich auf verschiedene Art und Weise mit dem Thema Rechtsextremismus. Dabei ging es auch um kritische Situationen im Alltag, die in Rollenspielen gezeigt und geprobt wurden. Im Mittelpunkt stand aber die künstlerische Auseinandersetzung.

Dazu suchten sich die Schüler im Unterricht eine Person aus, die für ihren Kampf gegen gegen Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit berühmt wurde. Die Ergebnisse fielen dabei durchaus unterschiedlich aus. Lea Sawatzky setzte etwa auf Sir Nicholas George Winton, der kurz vor Beginn des zweiten Weltkriegs Hunderte jüdische Kinder vorm Holocaust bewahrte. Cora Kleinmeier und Sebastian Liß orientierten sich lieber an den Mitbegründer der bekennenden Kirche, Dietrich Bonhoeffer sowie an der Widerstandskämpferin Sophie Scholl.

Ganz anders die 16-jährige Ricka Vogeler, die keine historische Person, sondern eine aktuelle Sportlerin für ihr Projekt aussuchte. "Ich habe die Tennisspielerin Serena Williams ausgewählt, weil sie früher Probleme mit ihrer Hautfarbe hatte und es trotzdem geschafft hat erfolgreich zu werden", begründete sie.

Information

Marta Wise und das Lager

Als Martas Onkel David Weiß und dessen Frau in das Vernichtungslager Auschwitz verschleppt werden, ahnt Martas Vater die Todesgefahr. Er schmuggelt sich und seine Familie nach Ungarn. Zu der Zeit ist Marta noch keine acht Jahre alt. Ihre Schwester Eva freundete sich mit der Tochter eines SS-Führers an. Kurze Zeit später werden die Schwestenr ins Gefängnis verschleppt und werden Versuchsobjekten für das Experiment „Veränderungen der Augenfarbe".

Nach ihrer Befreiung wandert Marta mit ihrer Familie nach Australien aus. Dort ändert sie ihren Nachnamen von Weiss in die englische Schreibweise „Wise". Sie will nichts mehr mit Deutschland zu tun haben. Auch wenn Marta Wise es überlebt hat, werden die Erinnerungen immer bleiben.

Ihre "Vorbilder" haben die Schüler dann mit Linolschnitt als Druck in Postkartengröße auf Papier gebracht. Auf der Rückseite der Postkarte wurden alle wichtigsten Informationen der Personen zusammengefasst.

Gesprächsthema im Unterricht waren auch die Überlebenden des Vernichtungslagers Auschwitz. Wie sehr das Thema die Schüler berührte, machte Ricka Vogeler bei der Abschlussveranstaltung deutlich, als sie die Geschichte der Überlebenden Marta Wise und ihrer Schwester Eva vortrug (siehe Infokasten).

Unterstützung gab es von den Kunstlehrerinnen Angela Höckler und Marion Linke und von Geschichtslehrerin Johanna Holtmann. Auch Jürgen Schwartz von der Jugendkunstschule Löhne und Christian Redeker vom Jugendzentrum Riff Christian Redeker arbeiteten mit den Schülern zusammen. "Was die Schüler künstlerisch entworfen haben, haben wir umgesetzt", sagte Jürgen Schwartz. Auch Johanna Holtmann zeigte sich zufrieden: "Es hat Spaß gemacht mit den Schülern zusammen zu arbeiten. Es ist für sie eine sehr wichtige Erfahrung."

Das bestätigt auch Ricka Vogeler stellvertretend für ihre Mitschüler: " Rechtsextremismus ist ein sehr aktuelles Thema über das viele aufgeklärt werden müssen. Wir dürfen die Augen nicht davor verschließen."

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