Das ganze Gymnasium erlebt einen Tag in Hamburg | Löhne - Neue Westfälische
Am Ziel: Lehrer Ralph Bartels sammelt seine Schüler auf dem Hamburger Bahnhof ein. - © Ulf Hanke
Am Ziel: Lehrer Ralph Bartels sammelt seine Schüler auf dem Hamburger Bahnhof ein. | © Ulf Hanke

Löhne Das ganze Gymnasium erlebt einen Tag in Hamburg

Jubiläumsfahrt: Das Städtische Gymnasium ist im Sonderzug in die Hansestadt gereist

Auf dem Weg zur Speicherstadt: Anne, Zoe, Franca, Karoline und Juliabahnen sich den Weg durch Hamburg. - © Ulf Hanke
Auf dem Weg zur Speicherstadt: Anne, Zoe, Franca, Karoline und Juliabahnen sich den Weg durch Hamburg. | © Ulf Hanke

Löhne. Für Julia ist die Sache einfach: "Leute, kein Stress", ruft die Zehntklässlerin in der Speicherstadt: "Ich brauch' erst mal ein Fischbrötchen." Der dringende Wunsch nach eingelegtem Meerestier zwischen Brötchenhälften ist Momente später schon wieder vergessen und in lautem Gekicher erstickt. Die Zehntklässlerin ist mit vier Freundinnen auf Speicherstadt-Rallye.

930 Schüler des Löhner Gymnasiums sind gestern im Sonderzug nach Hamburg gefahren. 14 Schüler waren erkrankt und blieben zuhause, zwei fuhren im Rollstuhl mit. Zwei ehemalige Lehrer verstärkten das Kollegium. Mit dem Schulausflug hat sich die Schule zum 50. Geburtstag selbst ein Geschenk gemacht. Für 50 Euro bekam jeder Schüler Fahrkarten, Eintritt und einen Musicalbesuch für "Das Wunder von Bern". Außerdem im Zug: Sanitäter vom Roten Kreuz, zwei Polizisten-Papas, Krankenschwestern und ein Arzt. Nach dem letzten Stand zum Redaktionsschluss am Donnerstagabend wurden sie nicht gebraucht. "Die Stimmung ist gut, jetzt müssen wir nur noch alle in den Zug kriegen", sagte der stellvertretende Schulleiter Christian Tiedemann nach dem Musicalbesuch.

Der Sonderzug war am Morgen um 8.24 Uhr pünktlich aus Gleis 13 im Löhner Bahnhof gerollt. Tiedemann hatte als letzter Lehrer das Haus verlassen und den Bauarbeitern das Gebäude überlassen. "Die holen jetzt die Hilti raus", sagte Tiedemann. In der Schule ohne Schüler standen gestern besonders laute Arbeiten auf dem Plan.

In Hamburg rollte der Gymnasiastenzug mit etwa zehn Minuten Verspätung auf Gleis 14 ein. Auf den Hinweistafeln stand zur Begrüßung "Verzögerungen im Betriebsablauf". Drei, vier Mal hatten die Waggons auf offener Strecke gehalten. Der Euro-Express, so heißt das Eisenbahnunternehmen, das sonst Betriebsfeiern, Fußballfans oder Pilger fährt, musste schließlich irgendwie in den regulären Bahnfahrplan nach Norden gequetscht werden.

Auf dem Glockengießerwall am Hauptbahnhof zählten die Klassenlehrer dann erneut durch. Alle Schüler waren angekommen, einige Oberstufenschüler allerdings auf Toilettensuche. Lehrer Hans Sussiek bekam auf sein Smartphone von den Klassenlehrern grünes Licht: Alle sind angekommen. 1.000 Ostwestfalen machten sich auf, die Millionenmetropole Hamburg zu entdecken, jede Klasse auf ihre Weise, bevor sie gemeinsam ins Musical gingen.

Einige Klassen hatten bereits Monate zuvor Tickets für das "Jumphouse" gelöst, eine Trampolinarena im Norden. Andere machten Hafenrundfahrten, Führungen, besuchten das Miniaturwunderland, den Hamburg Dungeon oder machten wie die Freundinnen Anne Niemeyer, Karoline Bröderhausen, Franca Widdel, Julia Vogelsang und Zoe Grote eine Rallye durch die Speicherstadt auf den Spuren der jungen Hamburger Fernsehdetektive "Die Pfefferkörner". Sie fragten im Gewürzmuseum nach fünf Gewürzen, ließen sich von Speicherstadtbewohnern die Balkone erklären und machten Erinnerungsfotos am Fleetschlösschen und der Ericusspitze.

Ihre Klassenlehrerin Jutta Knöpfel hatte die Rallye im Internet gefunden und ausgedruckt. Die Zehntklässler liefen also im einsetzenden, ziemlich windigen Hamburger Nieselregen mit einem kleinen Stapel Recyclingpapier durch die Speicherstadt. Die Aufgabenstellung für den heutigen letzten Schultag vor den Herbstferien, der für alle Gymnasiasten erst zur dritten Stunde beginnt, war schülerfreundlich formuliert: Erzählt, was ihr erlebt habt und macht Verbesserungsvorschläge für die Rallye - auf Französisch!

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